Fondsgesellschaften nutzen die Potenziale

von UCITS IV nicht aus

 

Ziele der Regulierungsinitiatoren werden vermutlich nicht erreicht

 

Bad Homburg/ Wien, 9. Februar 2011. Die europäischen Kapitalanlagegesellschaften (KAGs) nutzen die Möglichkeiten der Regulierungsinitiative UCITS IV bisher nur sehr eingeschränkt. Viele der Markteilnehmer
warten derzeit die aktuellen Marktentwicklungen, die von UCITS IV ausgehen, erst ab. Dies ist das Kernergebnis einer europaweit durchgeführten Studie, die die europäische Managementberatung EUROGROUP CONSULTING Ende 2010 in zehn europäischen Ländern durchgeführt hat. Die UCITS IV-Initiative wurde von der Europäischen Kommission noch vor der Finanzmarktkrise auf den Weg gebracht, um den europaweiten Absatz von Investmentfonds zu fördern und die Verwaltungs- und Managementkosten zu senken.

 

Derzeit warten viele Fondsanbieter noch ab und nutzen die Instrumente von UCITS IV nur teilweise oder gar nicht. Die Ursachen sind:

 

  • Reaktionen der Wettbewerber abwarten – Viele Marktteilnehmer wollen zunächst die Reaktionen
    der anderen Marktteilnehmer abwarten und verfolgen eine „Wait-and-see“-Strategie. 70 Prozent der befragten Studienteilnehmer sehen in der Tatsache, dass die Asset Manager nicht ausreichend vorbereitet sind einen der Haupthinderungsgründe bei der Umsetzung von UCITS IV.
  • Konsequenzen aus UCITS IV nicht abschätzbar – Unsicherheiten werden insbesondere in Bezug auf die rechtlichen Konsequenzen gesehen (32 Prozent der Teilnehmer) oder die Konsequenzen für das eigene Geschäftssystem können nicht abgeschätzt werden (28 Prozent der Teilnehmer). 
  • Steuerrechtliche Implikationen noch offen – Ein erheblicher Teil der Teilnehmer sieht insbesondere die unklaren Auswirkungen in Bezug auf die steuerlichen Belange auf Fonds- und auf Anlegerebene als Hemmnis für die Umsetzung von UCITS IV an.

 

Das Ergebnis der Studie zeigt, dass die Marktteilnehmer, insbesondere die Kapitalanlagegesellschaften die Möglichkeiten von UCITS IV noch nicht konsequent nutzen. Sie fokussieren sich zunächst auf die Instrumente, die ihrer aktuellen geschäftspolitischen Ausrichtung entsprechen. Die Herausforderungen für die Branche sind zum einen, die noch offen Themen, zum Beispiel in Bezug auf die steuerrechtlichen Konsequenzen, zügig zu klären und die möglichen Chancen für das eigene Geschäftssystem noch aktiver zu analysieren und umzusetzen.

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